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  • Brand auf chilenischer Antarktis-Station

    Ein Feuer auf der chilenischen Marine-Basis auf King George Island (Südshetland-Inseln, Antarktis) hat in der Nacht auf Donnerstag mehrere Gebäude zerstört. Die 10 dort stationierten Angehörigen der chilenischen Marine wurden nicht verletzt und wurden evakuiert. Das Feuer brach mitten in der Nacht im alten Teil der Station aus. Angefacht durch starke Winde, sprangen die Flammen schon bald auch auf die neueren Gebäude aus dem Jahr 2009 über. Löschversuche wurden durch die Feuerwehr des nahegelegenen Flugplatzes Teniente Marsh unterstützt, doch mit wenig Erfolg. Bei Mporgengrauen konnte das Feuer zwar gelöscht werden, doch nur noch rauchende Ruinen blieben übrig. Die Ursache des Feuer und die Höhe des Schadens werden zurzeit untersucht. Der Flug- und Schiffsbetrieb werden weitergeführt.

Wenn der Permafrost im hohen Norden taut, könnte dies für das globale Klima weitaus schlimmere Folgen haben als bisher angenommen. Einiges deutet darauf hin, dass in der Arktis eine Klima-Zeitbombe tickt. Konservative Schätzungen gehen von 1.670 Gigatonnen Kohlenstoff aus, die im Boden der Arktis gespeichert sind - mehr als doppelt so viel wie in der gesamten Atmosphäre.

Samoylov_Kliff
Die Luftaufnahme zeigt eine Küstenlinie von Samoylov aus dem Helikopter. Hier kann man die polygonalen Strukturen und die enormen Mengen an organischen Kohlenstoff (hier als Torfe), die im Permafrost gespeichert sind, sehen.

Der Permafrost, dauerhaft gefrorener Boden hoher Breiten, beginnt bei fortschreitender Erwärmung für immer zu tauen. Die Klimaänderung wäre zwar der Auslöser, die eigentliche Energie für das Schmelzen würde aber von den Mikroben im Permafrostboden kommen, die den darin gebundenen Kohlenstoff verarbeiten. Als Folge davon würden nämlich viel mehr Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen als durch die Klimaänderung allein. In einem Teufelskreis verstärkten diese Gase die Erwärmung derart, dass noch mehr Permafrost taut und dabei noch mehr Treibhausgase in die Luft gelangen.

Permafrost
Deutlich zu erkennen ist der Permafrostboden nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche.

Gigantischer Kohlenstoffspeicher

Eine neue, im Fachmagazin «BioScience» veröffentlichte Studie hat jetzt erneut untersucht, wie viel Kohlenstoff in den gefrorenen Böden der Nordhalbkugel gespeichert ist. Dabei erweitern sie bisherige Analysen um die komplexen Prozesse, die Boden aus unterschiedlichen Tiefen während des Schmelzens und Wiedergefrierens mischen. Diese in jedem Jahr auftretenden Vorgänge könnten über die Jahrtausende hinweg gesehen mehr als eine Billion Tonnen organischer Verbindungen in die Böden der weiten Permafrostregionen der Erde eingebracht haben. Diese Menge entspricht dem Doppelten des gesamten in der Atmosphäre als Kohlendioxid vorhandenen Kohlenstoffs.

Ausdehnung_Permafrost
Die Karte zeigt die Ausdehnung des submarinen Permafrostes auf der Nordhalbkugel.